„War for Talents“: So verändert sich der Arbeitsmarkt

Unternehmen haben immer mehr Probleme, qualifizierte Bewerber zu finden, Arbeitnehmer dagegen gewinnen immer mehr Freiraum und Verhandlungsstärke auf dem Markt. Was sind die Ursachen für diesen „Krieg um Talente“ in Deutschland, und warum bleibt Berlin von ihm verschont?

Der Begriff „War for Talents“ wurde bereits 1997 im Rahmen einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey geprägt. Auf Deutsch bedeutet er in etwa „Krieg um Talente“. Das beschreibt den steigenden Konkurrenzdruck zwischen Unternehmen, qualifizierte Mitarbeiter für offene Positionen zu finden. Vor allem Berufseinsteiger haben dadurch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der einzelne Arbeitnehmer gewinnt an Bedeutung und hat eine bessere Verhandlungsposition bei der Jobsuche. Besonders in Deutschland gewinnt das Phänomen des „War for Talents“ immer weiter an Bedeutung. Durch sinkenden Geburtenraten und das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung stehen Unternehmen immer weniger qualifizierte Bewerber zur Verfügung.

Ursachen für den Talente-Krieg

Die Daten des Statistischen Bundesamtes zu Geburten in Deutschland belegen, dass Deutschland von 1975 bis 1990 eine steigende Geburtenrate vorweisen konnte. Seit der Wende sinken die Geburtenzahlen in Deutschland jedoch stetig. Die geburtenstärkeren Jahrgänge haben das Rentenalter schon erreicht oder erreichen es demnächst und geburtenschwächere Jahrgänge besetzen deren Positionen auf dem Arbeitsmarkt. Laut der Hochschul-Informations-System eG beträgt die Arbeitslosenquote von Studienabgänger 10 Jahre nach dem Studium 1%, nur zwischen Studienabschluss und erster Jobsuche liegt eine höhere Arbeitslosenquote. Daher ist es auf dem freien Markt für Arbeitgeber äußerst schwer, qualifiziertes Personal zu finden. Uniabsolventen haben gute Chancen, ihren Traumjob zu finden.

Ein weiterer Faktor für den „War for Talents“ ist die Verschiebung der einzelnen Arbeitssektoren. Im Rahmen der Industrialisierung erfolgte eine allmähliche Konzentration auf den Tertiären Sektor, also den Dienstleistungssektor, der zunehmend in den Informationssektor übergeht. Wissen gewinnt immer mehr an Bedeutung, was auch die Suche der Unternehmen nach Uniabsolventen erklärt.

Großstädte wie Berlin bilden die Ausnahme

Die Zuzüge in Berlin steigen seit 2005 rasant, die Hauptstadt ist ein beliebtes Ziel für junge Leute. International, viele Gleichgesinnte und Start-Ups mit spannenden Jobs. Von einem „War for Talents“ kann in Berlin daher keine Rede sein. Die deutsche Hauptstadt bildet, zusammen mit einigen Großstädten, hier jedoch die eindeutige Ausnahme.

Bei hohen Zuzugsraten ist es durchaus nachvollziehbar, dass auch Unternehmen dorthin ziehen, wo sie am einfachsten passende Bewerber finden und ihren Mitarbeiterbedarf decken können. Berlin ist ein sehr attraktiver Standort für Unternehmensneugründungen, qualifizierte Absolventen werden in Berlin durchaus vermehrt gesucht. Neben Berlin haben auch weitere Großstädte wie Frankfurt am Main und Düsseldorf weiterhin steigende Bevölkerungszahlen. Das heißt zwar, dass Bewerber dort eine Chance auf einen interessanten Job haben, jedoch ist hier die Konkurrenz bei der Arbeitssuche am Größten. Wer es sich bei der Jobsuche einfach machen möchte, sollte nicht in die eben genannten Städte ziehen, sondern lieber nach Stuttgart, Leipzig oder Bremen. Hier leiden Arbeitgeber am Stärksten unter dem Fachkräftemangel und die Chancen auf ein gutes Gehalt sind am Höchsten.


  • Immobilien Berlin

Bezahlbarer Wohnraum wird knapp in Berlin. Bleiben Sie bestens informiert, wenn Sie gerne eine Wohnung mieten wollen. Egal ob Friedrichshain, Mitte oder Charlottenburg – auf unserer speziellen Themenseite finden Sie neben den neuesten News und spannenden Artikeln rund und Baufinanzierungen alles zum Thema Immobilien in Berlin.

  • Verkehrstipp

Mit sinkenden Temperaturen und Glatteis nimmt auch die Zahl der Unfälle in Berlin zu. Wie Sie sich nach eine Unfall verhalten finden Sie auf unserer Infoseite zum Thema Kfz Gutachter in Berlin.