Mauerpark-Bebauungsplan-Entwurf liegt aus – können die Bürger das Bauvorhaben noch stoppen?

Der Mauerpark zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen im Norden Berlins hat eine bewegte Geschichte hinter sich und markierte bis 1990 die Grenzlinie zwischen West-und Ost-Berlin. Danach stieg das Gebiet schnell zu einer sehr beliebten Grünfläche auf, die 1994 als Mauerpark eröffnet wurde. Nach zahlreichen Erweiterungen gehört der Mauerpark heute zu den beliebtesten Naherholungsgebieten in Berlin. Doch schon seit einiger Zeit gibt es Pläne, das Grundstück zumindest teilweise zu bebauen.

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Die Groth-Gruppe möchte dort über 700 Wohnungen und eine Kita errichten. Initiativen wie die Mauerpark Stiftung „Welt-Bürger-Park“ kämpfen bereits seit langem dagegen an. Seit letzten Montag liegt der Bebauungsplan-Entwurf nun öffentlich aus, damit die Bürger einen Monat (bis 16. März) lang einsehen können, was dort eigentlich konkret geplant ist.

Was sieht der Bebauungsplan-Entwurf für den Mauerpark vor?

In dem Bebauungsplan ist ersichtlich, dass über 700 Wohnungen neu gebaut werden sollen. Darunter:

  • Geförderter Wohnungsbau
  • Eigentumswohnungen
  • Studentisches Wohnen
  • Normale Mietwohnungen
  • Altersgerechtes Wohnen

Auf diese Weise möchte man eine gute Durchmischung der einzelnen Bevölkerungsschichten erreichen. Zusätzlich soll eine Kita errichtet und ein bereits vorhandener Abenteuerspielplatz erhalten werden. Von den 700 Wohnungen liegen später 120 bei einer Kaltmiete von unter 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Warum sind die Bürgerinitiativen gegen das Bauprojekt?

Auch wenn Rainer Krüger von den Freunden des Mauerparks das Sozialkonzept bei diesem Bauprojekt durchaus als richtig ansieht, formiert sich großer Widerstand. Die Bürgerinitiativen haben mittlerweile ein Bürgerbegehren gegen das Projekt angemeldet.

Ihre Hauptkritikpunkte:

  • Zerstörung des Kaltluftreservoirs
  • Unterbrechung des grünen Bandes entlang des Mauerstreifens

Was hält der Bezirk dagegen?

Der Bezirksbaustadtrat Carsten Spalleck (CDU) hat bereits als Antwort auf einen offenen Brief des Bürgervereins Gleimviertel die Argumente der Bezirksregierung zusammengefasst:

  • Neue Wohnungen werden dringend benötigt
  • Nur so lasse sich der Mietpreis relativ konstant halten
  • Der Bezirk habe keine finanzielle oder eigentumsrechtliche Handhabe

Fazit

Der Streit um das Bauprojekt Mauerpark wird durch die Veröffentlichung des Bebauungsplans nun in eine neue Runde gehen. Die Fronten sind momentan verhärtet und es scheint noch keine Einigung zu geben. Das Bürgerbegehren wurde laut einem Bericht der Berliner Zeitung nun eingereicht und wird nun vom Rechtsamt geprüft. Wenn es letztlich als zulässig eingestuft wird, müssen ca. 6.730 Unterschriften innerhalb von 6 Monaten gesammelt werden. Es dürfte also sehr spannend werden, zu sehen, wie sich der Streit um den Mauerpark entwickeln wird. Vielleicht kommt es sogar zu einem guten Kompromiss, der alle Seiten zufriedenstellt.

Bildquellen:
  • Mauerpark | Borris | berlin-info

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