„Die Bahn streikt – dann komm ich halt auch zu spät!“

Nur weil die GDL einen großen Teil der Räder – zumindest auf Seiten der Bahn – des Landes zum Stillstand gebracht hat, bleibt die Welt noch lange nicht einfach stehen. Die gilt insbesondere für Arbeitnehmer. Wer glaubt, mit dem Streik der Lokführer winken ein kleiner, ungeplanter Urlaub, der irrt.

Aber bevor von einem spontanen Urlaub geträumt wird, stellt sich vielen Arbeitnehmern die Frage: Was ist eigentlich mit der Zeit, die ich wegen des Streiks zu spät komme? Nun, diese wird natürlich nicht bezahlt. Auch besteht kein Recht darauf, diese versäumte Arbeitszeit nachzuholen. Im Umkehrschluss kann der Arbeitgeber allerdings auch keine Ansprüche daran stellen, die verpasste Zeit nachzuholen, so nicht anderes im Arbeits- oder Tarifvertrag vereinbart ist. Wer hier im Vorfeld alles mit dem Chef klärt ist fein raus, gleiches gilt für diejenigen, deren Arbeitszeiten entweder abgesprochen oder auf Grund des Gewohnheitsrechts eh flexibel sind.

Als Arbeitnehmer müssen Alternativen genutzt werden

Allerdings ist „einfach zu spät kommen“ aus Sicht des Gesetzgebers auch nicht drin. Die Gewerkschaft der Lokführer hat ihren Streik nun auch nicht erst gestern angekündigt. Somit ist jeder Arbeitnehmer dazu verpflichtet alles in seiner Macht liegende zu unternehmen um pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Auch wenn die Lokführer streiken kann ein Verspäten durch den Streik durchaus eine Abmahnung einbringen. Wo Bahnen nicht fahren, muss man auf Alternativen umsteigen und auch dort Verspätungen durch Stau oder ähnliches mit einkalkulieren. Jedoch ist kein Arbeitnehmer dazu verpflichtet jenseits seiner oder ihrer Zumutbarkeitsgrenze zu handeln. Ein Abfahren am Vorabend oder in Mitten der Nacht liegt hinter dieser Grenze. Solche Grenzen gibt es aber auch für Arbeitgeber. Diesen sind nicht einfach so, ohne Absprachen Hotel- oder Taxikosten zu berechnen. Da Fahrtkosten durch den Arbeitnehmer zu tragen sind, sollten auch hier frühzeitig Absprachen getroffen werden.

Sprechen Sie Ihr Vorgehen mit Ihrem Chef genau ab

Abgesprochen werden will übrigens auch ein Heimarbeitsplatz während der Zeit. Auch wenn ein solcher in vielen Fällen einfach eingerichtet ist, so gibt es auch hier kein Recht darauf und auch hier wollen eventuelle Vorbereitungen wie das einrichten einer Zeiterfassungssoftware frühzeitig getroffen werden.
Bedingt durch den Streik verfrüht wieder den Arbeitsplatz zu verlassen, um etwa seine Kinder aus der KiTa abzuholen, will auch mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden. Ein Recht auf ein solches, verfrühtes Verlassen des Arbeitsplatzes liegt nur in Ausnahmefällen vor.

Apropos Urlaub. Wer während des Streiks in den Urlaub fährt und auf Grund des vorhersehbaren Verkehrschaos am Montag nicht zur Arbeit erscheinen kann, der bewegt sich auf juristisch gesehen dünnem Eis. In Anbetracht des Streiks und der vorhersehbaren Schwierigkeiten kann es klüger sein auf den Urlaub zu verzichten – oder eben eine längere Anfahrt und Abfahrt einzuplanen. Jede Verspätungen auf dem Weg zur Arbeit bedingt durch einen Urlaub gilt als vorsätzlich herbeigeführt und kann auch so geahndet werden.

Rechtlich entsteht durch den Streik kein Sonderfall. Abmahnungen sind genau so gültig, wie während ganz normaler Arbeitszeiten auf Seiten der Lokführer. Wer sich also schon vorher im Fadenkreuz des Chef wähnt, der sollte dieser Tage auch mit dem entsprechenden Fingerspitzengefühl agieren. Die Nerven werden sicherlich bereits zur Genüge brachliegen. Denn dort wo einem als Arbeitnehmer Zeit abhanden kommt, verlieren Arbeitgeber in jedem Fall Geld.

Bildquellen:
  • Bahnstreik | Borris | berlin-info

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