Berlin steht vor der Energiewende - oder hat sie schon vollzogen

Vielleicht ist das ein klein wenig übertrieben, aber viele Berliner wechselten spätestens nach dem Tsunami-Unglück und der Nuklearkatastrophe in Fukushima zu reinem Ökostrom. Die Empörung über das halbherzige Atom-Moratorium der deutschen Regierung tat sicher ein übriges, um den grünen Stromanbietern noch weitere Kunden zuzuspielen. Außerdem: Wer kennt sie nicht, die freundlichen Kundenwerber, die der Ökostromanbieter Lichtblick  und sein Konkurrent Greenpeace Energy auf Wochenmärkten, in Bioläden und an anderen einschlägigen Orten platziert. Dem Trend zum nachhaltigen und sauberen Strom kann sich so schnell niemand entziehen. Und nicht zuletzt war Berlin schon immer Vorreiter in Sachen Strom.

news-energiewende-berlin-1032-1293Ökostrom - es ist nicht alles grün, was glänzt

Was genau ist nun eigentlich Ökostrom? Für viele verbindet sich mit nachhaltiger Energieversorgung immer noch das Bild der Solaranlage. Das mag daran liegen, dass sie die sichtbare Vor-Ort-Variante für Erzeugung von erneuerbarer Energie ist. Tatsächlich speisen die wichtigsten Ökostromanbieter in Deutschland - neben Lichtblick auch Greenpeace Energy, naturstrom und kleinere regionale Unternehmen mit nationaler Kundschaft - hauptsächlich Strom aus Wasserkraft in das Netz ein. Bei den genannten Anbietern stammt der Rest (7,5-37%) aus Windenergie. Als Ökostrom wird grundsätzlich Strom aus regenerativen Energien genannt, d.h. der Energieträger (Sonne, Wasser, Luft) wird nur genutzt aber nicht verbraucht.

Globaler Strom und lokales Handeln

In Berlin selbst wird natürlich kaum regenerative Energie produziert. Der Strom aus Wasserkraft stammt häufig aus Norwegen oder Österreich. Die besondere Nachhaltigkeit der großen Ökostromanbieter besteht jedoch darin, dass im sogenannten Arbeitspreis der Ökostromtarife Anteile für Neuanlagen enthalten sind. Besonders nachhaltig denkende Berliner können freiwillig einen Tarif mit höherem Arbeitspreis und folglich höherem Förderanteil wählen. Alternativ wird z.B. bei Lichtblick der persönlicher Einsatz beim Stromsparen mit einer Gutschrift gefördert. Es kann also jeder Berliner ganz für sich die private Energiewende in seiner Stadt beschleunigen.

Hausbesitzer als Stromerzeuger

Nachdem die Bundesregierung die Fördersätze im Erneuerbare-Energien-Gesetz gestrichen hat, lohnt es sich nur noch unter bestimmten Voraussetzungen für Hausbesitzer, eigenen Solarstrom zu erzeugen. Dieses Konzept für Haus- und Mietshausbesitzer in Berlin bietet jedoch eine Alternative, sich zumindest in eine umweltfreundliche Energieproduktion einzubringen: Ein eigenes Mini-Blockkraftheizwerk produziert bei der Wärme-Erzeugung nebenbei Strom, der selber verbraucht oder ins Netz eingespeist werden kann. Oder beides.

Und sonst?

So schön regenerative Energien und Energiesparen sind: Ein kleiner bis riesengroßer Wermutstropfen bedeutet für Berlin die im Rahmen der Energiewende bestehende Verpflichtung zur Fassadendämmung bei Altbausanierungen. Bislang gibt es noch keine Möglichkeit, dieser Auflage nachzukommen, ohne den ästehtischen Gesamteindruck einer Altbaufasssade zu schädigen. Bleibt zu hoffen, dass Bundesregierung hier noch nachbessert. Bis dahin kann jeder einzelne Berliner durch bewusstes Handeln selbst Energie sparen und sich den Ökostromanbieter seines Vertrauens suchen. Wer eine Gastherme in einer Etagenwohnung hat, kann meistens auch das Gas von einem Ökoanbieter seines Vertrauens beziehen.

Bildquellen:
  • Windräder im Berliner Umland | Caroline Kliemt | berlin-info

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