FAQ: Ablauf eines Schutzschirmverfahrens

Fast 26.000 Insolvenzen gab es im Jahr 2013. Für Unternehmen gibt es seit 2012 die Möglichkeit, ein Schutzschirmverfahren in Anspruch zu nehmen und damit ihren Betrieb vor dem finanziellen Aus zu retten. Allerdings ist diese Möglichkeit noch nicht bei vielen bedrohten Geschäftsführern bekannt, sodass die wichtigsten Fragen hier zu beantworten sind.

Was nützt ein Schutzschirmverfahren?

Durch das Schutzschirmverfahren soll es für Unternehmer leichter sein, ihren Betrieb vor der Insolvenz zu bewahren. Der Schuldner erstellt einen Insolvenzplan und kann sich mit den auf eine Form der Rückzahlung einigen. Gläubigern Zwangsvollstreckungen sind durch Gläubiger in dieser Zeit nicht erlaubt. Um sich nicht zu verschulden, darf der Unternehmer darauf verzichten, seinen Angestellten Löhne auszuzahlen, ohne mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert zu sein. Das Arbeitsamt übernimmt die Zahlungen.

Wann wird solch ein Verfahren notwendig?

Unternehmer, die einen Finanzplan erstellt haben und über Einnahmen sowie Ausgaben auf dem Laufenden sind, stellen relativ schnell fest, wenn die Zahlungsfähigkeit bedroht ist. Sie sollten dann nicht zögern und sich mit dem Thema Schutzschirmverfahren befassen. Ob es letztendlich notwendig ist, es in Anspruch zu nehmen, stellt sich in den kommenden Wochen und Monaten heraus.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um daran teilnehmen zu können?

Bevor das Schutzschirmverfahren sich beantragen lässt, ist es notwendig, den herkömmlichen Weg zu gehen und eine Insolvenz zu beantragen. Allerdings ist darauf zu achten, dass noch keine Zahlungsunfähigkeit vorhanden ist. Dies ist durch eine Bescheinigung eines Fachmannes zu bezeugen. Ein Wirtschaftsprüfer, der Steuerberater oder ein Rechtsanwalt bestätigen schriftlich, dass zurzeit des Antrags noch keine Überschuldung vorhanden ist. Gleichzeitig hat er festzustellen, dass die Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, mit der Maßnahme den Betrieb am Leben zu halten. Außerdem muss der Unternehmer beantragen, in Eigenverwaltung tätig zu sein und einen Insolvenzplan vorzulegen, für den er maximal drei Monate Zeit hat.

Besonders für Betriebe, die eigentlich keine finanziellen Probleme haben, aber durch unvorhergesehene finanzielle Belastungen wie beispielsweise eine Sanierung der Geschäftsräume in Bedrängnis kommen, ist das Schutzschirmverfahren geeignet. Liegt bereits Zahlungsunfähigkeit vor, ist die Unternehmerinsolvenz das Mittel der Wahl.

Was passiert, nachdem die Anträge gestellt wurden?

Der Schuldner erhält bis zu drei Monate Schutz vor seinen Gläubigern. In dieser Zeit muss er den Insolvenzplan inklusive der Sanierungsmaßnahmen erstellen. Damit hierbei alles richtig abläuft, können sich Unternehmer Hilfe von außen holen und Sanierungsberater beauftragen, ihnen zu helfen. Ist der Plan erstellt, erhalten die Gläubiger ihn und stimmen über die Vorschläge ab, die ihnen der Schuldner zur Schuldentilgung unterbreitet. Nehmen die Gläubiger ihn an, ist der Unternehmer in Zugzwang und muss nun die Forderungen erfüllen. Ist dies geschehen, geht die Insolvenz an ihm vorbei und er kann weiterhin sein Unternehmen führen. Während dieser Zeiträume ist der Betrieb wie gewohnt weiter zu führen, sodass keine finanziellen

Behält der Unternehmer die alleinige Verantwortung?

Ja, das ist einer der großen Vorteile des Schutzschirmverfahrens. Allerdings ist es dafür notwendig, dass der Sanierungsplan durch die Gläubiger anzunehmen ist und der Inhaber sich strikt daran hält. Der Insolvenzverwalter erhält dann keine Eingriffsrechte.

Gibt es Nachteile beim Schutzschirmverfahren?

Es gibt durchaus Nachteile, die zu nennen sind. So kann das Verfahren scheitern. Das ist zum Beispiel möglich, wenn Gläubiger nicht dem Insolvenzplan zustimmen. Banken sind hierbei wichtige Faktoren: Oft zählen sie zu den Gläubigern, werden aber im Rahmen des Verfahrens benötigt, um weitere Kredite aufzunehmen beziehungsweise des Kapital zu erhöhen. Weigern sie sich, ist es möglich, dass eine Zahlungsunfähigkeit eintritt und ein Schutzschirmverfahren nicht mehr möglich ist.

Kunden kennen sich häufig nicht mit den Begriffen Insolvenz und Schutzschirmverfahren aus. Dies könnte sich negativ auf die Auftragslage des Betriebes auswirken und eventuell zu einer Zahlungsunfähigkeit führen, die vorher nicht abzusehen war. Insgesamt leidet unter Umständen das

Was passiert, wenn die Gläubiger den Sanierungsplan nicht anerkennen?

Können die Akteure sich nicht einigen und nehmen den Plan nicht an, wandelt sich das Schutzschirmverfahren in ein Insolvenzverfahren um. Es ist daher sehr wichtig, dass der Sanierungsplan sehr gut auszuarbeiten ist.

Wer erfährt von dem Verfahren?

Unternehmer müssen keine Angst haben, dass jeder Kunde sofort über die drohende Insolvenz Bescheid weiß. Während es keine Gesetze gibt, die sagen, dass das Schutzschirmverfahren öffentlich bekannt zu machen ist, ist die Insolvenz zu veröffentlichen. Auf der Seite des Justizministeriums lassen sich Insolvenzbekanntmachungen erfahren, andere Seiten sind ähnlich aufgebaut. In der Tageszeitung finden Leser ebenfalls solche Bekanntmachungen. Nicht nur kleine und mittlere Unternehmen sind von einer drohenden Insolvenz betroffen, sondern auch internationale Betriebe. Weitere Informationen finden Interessierte unter http://www.esug-schutzschirmverfahren.de/


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