Wohnen in Berlin

Früher war Berlin ein Paradies für Wohnungssuchende. In Dahlem, in Charlottenburg oder am Grunewald fanden gut betuchte Käufer alte Villen, junge Familien ließen sich in großzügigen Altbau-Mietwohnungen am Prenzlauer Berg oder in Treptow nieder. Und Studenten bewohnten günstige WG-Zimmer, Fabriketagen oder Hausprojekte in Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln oder Wedding.


immobilien-wohnen-in-berlin-03-2014-1169-1656Gerade im Osten der Stadt standen noch bis vor einigen Jahren viele Häuser leer, waren oft nicht saniert, hatten nur Kohleöfen statt Zentralheizungen. Das alles war zwar etwas kurios, bot aber gerade den kreativen Leuten, Studenten und Geringverdienern günstigen Wohnraum.

Heute sieht die Situation leider etwas anders aus. Der Hype um die deutsche Hauptstadt hat Leute aus ganz Deutschland und aus dem Ausland angezogen. Leerstehende Wohnungen sind nicht mehr das Problem, stattdessen herrscht in Berlin nun Wohnraumnot.
Und die geht vor allem auf Kosten der Studenten. Die geben nämlich den größten Teil ihrer finanziellen Mittel für ihre Wohnung aus. Preissteigerungen schlagen da besonders stark zu Buche.

Warum sind die Preise in Berlin so schnell angestiegen?

Seit 2008 sind die Wohnungspreise in Berlin um 35 Prozent angestiegen. Hier kannst du vergleichen, wie Berlin inzwischen im deutschlandweiten Vergleich dasteht. Bei 12,09 Euro liegt der Quadratmeter-Mietpreis der einst so günstigen Stadt inzwischen und Studenten geben im Monat durchschnittlich schon fast 350 Euro für ihre Wohnung aus.
Vor einigen Jahren war es kein Problem, in Berlin noch Wohnungen für 250 Euro und WG-Zimmer für 150 Euro zu finden. Jetzt ist der Kampf um Wohnraum entbrannt und „Gentrifizierung“ ist vor allem unter linkspolitisch eingestellten Berlinern zum Schlagwort der Stunde geworden.

Doch woran liegt der rasante Anstieg der Mieten?
In erster Linie an der Beliebtheit Berlins, die paradoxerweise unter anderem an den niedrigen Mieten lag. Die haben nämlich vor allem Selbstständige, Künstler und junge Leute angezogen. Doch der Hype um die deutsche Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten hat natürlich auch Investoren, Unternehmen und Leute mit Geld angelockt. Dadurch verwandeln sich Mietwohnungen in Eigentumswohnungen und Berlin verliert sein unkonventionelles und „dreckiges“ Image.

Dort, wo früher das Provisorium herrschte, wird heute auf „Lebensqualität“ gesetzt. Parkanlagen verdrängen wildwuchernde Grünflächen, die Bio-Company den türkischen Gemüsehändler, teure Fashion-Stores junge Labels.
Berlin ist jetzt eben auch eine Stadt, in der die High-Society sich Zweitwohnungen leistet, die mehr und mehr Wirtschaftsstandort wird, insbesondere für die IT-Branche, eine Stadt, die sich im Wandel befindet.

Objektiv betrachtet mag die Lebensqualität in Berlin ansteigen, aber ob das der Stadt nutzen wird, müssen die nächsten Jahre zeigen. Denn das „Arm, aber Sexy“-Image hat die deutsche Hauptstadt eben auch ausgemacht. Der günstige Wohnraum hat junge kreative Leute aus aller Welt angezogen, die Experimentierfreude mitbrachten und in Berlin spannende Projekte gestartet haben. Das junge, internationale und unkonventionelle Bild der Stadt könnte im Zuge der Umstrukturierung verloren gehen.

Wo können Studenten heute noch wohnen?

Du hast schon immer davon geträumt, in der Hauptstadt zu studieren, findest aber keinen bezahlbaren Wohnraum? Oder du bist bereits nach Berlin gezogen und leidest nun unter dem Anstieg der Mieten?


Mit diesem Problem bist du nicht allein! Wohnraumnot unter Studenten ist ein deutschlandweites Problem, trifft die Studenten in Berlin aber besonders hart.

Und auch die Stadt ist auf der Suche nach Alternativen. Ein aktuelles Großprojekt sind die Studentenwohnungen, die im Treptower Park gebaut werden – aus Containern. 400 aus China stammende Frachtboxen werden dafür umfunktioniert und sollen so was wie ein neues Zuhause für die Studenten werden – zumindest übergangsweise.
Ist die Zeit der Altbau-WGs und der Tänze auf den Dächern von Berlin nun also vorbei?
Nicht ganz. Zumindest in den weniger angesagten Stadtteilen Wedding, Moabit oder Lichtenberg gibt es noch jede Menge WGs, die der Gentrifizierung in Berlin trotzen. Und auch in Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln kannst du natürlich noch fündig werden und das eine oder andere bezahlbare WG-Zimmer beziehen. Allerdings musst du dich dabei auf große Konkurrenz gefasst machen.
Wer eine Wohnung in Berlin sucht, muss schnell zuschlagen können. Oft werden die Email-Postfächer der Anbieter innerhalb einer Stunde überschwemmt, nachdem ihre Angebote online sind. Wer über Kontakte gehen kann, hat es da deutlich leichter. Und immerhin kennt ja fast jeder jemanden, der jemanden in Berlin kennt, der eine richtig schicke Wohnung hat.

Bildquellen:
  • Bezahlbarer Wohnraum wird knapp | Borris | berlin-info

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