Wichtig: Mietnebenkostenabrechnung prüfen!

Derzeit bekommen wie in jedem Herbst viele Berlinerinnen und Berliner die Abrechnung der Mietnebenkosten für das letzte Jahr.

immobilien-ratgeber-immobilien-mietnebenkosten-12-2014-1330-2065Da ist bei dem einen oder anderen Ärger vorprogrammiert, denn laut Tagespresse ist nach Schätzungen des Deutschen Mieterbundes jede zweite Mietnebenkostenabrechnung fehlerhaft. Besonders ärgerlich ist es, wenn zum Jahresende ein Teil der Weihnachtsgeschenke einer saftigen Nachzahlung zum Opfer fallen muss. Denn es geht im Einzelfall um viel Geld. Die Nebenkosten erreichen inzwischen eine Größenordnung, die einer zweiten Miete gleichkommt. Möchten Sie absolut sicher sein oder haben Sie berechtigte Zweifel an der Richtigkeit Ihrer Nebenkostenabrechnung, sollten Sie Hilfe in Anspruch nehmen. Hilfe bei der Überprüfung der Mietnebenkostenabrechnung versprechen Dienstleister wie mineko.de, aber auch der Mieterschutzbund Berlin E.V.unterstüzt seine Mitglieder jederzeit. Folgend haben wir für Sie grundlegende Tipps und Hinweise zur Mietnebenkostenabrechnung für Sie zusammengefasst.

Mietnebenkostenabrechnung muss bis Ende des Folgejahres vorliegen

Mietnebenkosten unterliegen gesetzlichen Rahmenbedingungen. So muss der Vermieter die Abrechnung eines Kalenderjahres bis zum Ende des Folgejahres vorlegen. Kommt die Abrechnung zu spät, muss der Mieter eine Nachzahlung theoretisch nicht zahlen. Hier liegt dann aber ein großes Konfliktpotenzial.

Anders ist es, wenn die Abschläge im Laufe des Abrechnungsjahres zu hoch ausfallen, keine termingerechte Abrechnung erfolgt und dem Mieter eine Rückzahlung zusteht. Dieses Geld kann der Mieter noch innerhalb von weiteren zwölf Monaten zurückfordern. Ähnlich ist die Regelung für eine berechtigte Beanstandung. Ab Termin der Mietnebenkostenabrechnung hat der Mieter zwölf Monate Zeit, zu viel bezahlte Beträge zurückzufordern.

Prüfen der Originalbelege

Wenn der Mieter die Abrechnung prüfen möchte, kann er dazu beim Vermieter die Originalbelege einsehen. Nur wenn die Entfernung unverhältnismäßig groß ist, kann er den Vermieter auffordern, Kopien zur Verfügung zu stellen. Zumindest innerhalb von Berlin müsste ein Mieter sich also die Mühe machen, in das Büro seines Vermieters zu fahren.

Tipp: Eine Belegprüfung sollte nur einmal stattfinden. In Folgejahren reicht es aus, die Posten mit denen aus dem Vorjahr abzugleichen.

Welche Posten gehören in die Mietnebenkostenabrechnung?

Unstimmigkeiten gibt es immer wieder um die einzelnen Posten der Mietnebenkostenabrechnung. Dort dürfen nur Betriebskosten einfließen, die im Mietvertrag festgehalten sind. Verwaltungskosten sind davon ausgenommen. Die Abrechnung muss zudem formalen Anforderungen genügen und zum Beispiel eine klare und verständliche Aufschlüsselung der Gesamtkosten zu der Wohnung des Mieters enthalten. Typische Kosten in einer Mietnebenkostenabrechnung sind:

  • Grundsteuer,
  • Sach- und Haftpflichtversicherung,
  • Straßenreinigung,
  • Müllabfuhr,
  • Gebäudereinigung,
  • Ungezieferbekämpfung,
  • Gartenpflege,
  • Schornsteinfeger,
  • Wasserversorgung,
  • Heizung,
  • Hausstrom.

Gerade bei den Punkten Wasser und Heizkosten kommt es immer wieder zum Streit. Sind in der Mietnebenkostenabrechnung keine anderen Verteilerschlüssel - bspw. nach Personenzahl - vereinbart, folgt gesetzlich eine Abrechnung nach Wohnungsgröße. Das führt beim Wasserverbrauch häufig zu einer Bevorteilung von Mehrpersonenhaushalten gegenüber Single-Wohnungen. Bei Heizkosten ist dies jedoch anders. Hier muss sich der Vermieter an die gesetzlichen Vorgaben halten. Er muss mindestens 50 Prozent, aber höchstens 70 Prozent der Heizkosten nach Verbrauch, den Rest nach Wohnungsgröße aufschlüsseln.

Tipp: Es lohnt sich, die im Mietvertrag festgehaltene Quadratmeterzahl der Wohnung zu prüfen. In vielen Fällen ist diese nicht korrekt und kann zu unnötigen Mehrkosten führen.

Was gehört nicht in die Mietnebenkostenabrechnung?

In vielen Mietnebenkostenabrechnungen finden sich Kosten, die dort nicht hineingehören. Diese kann der Mieter zurecht beanstanden. Darunter fallen Verwaltungskosten Bankkosten, Telefon, Porto, Zinsen, aber auch Reparaturkosten oder Anschaffungskosten für Ersatzteile. Ebenso darf ein Vermieter den Leerstand einzelner Wohnungen nicht auf die anderen Mieter umlegen.

Zankapfel in einigen Miethäusern sind zudem unverhältnismäßige Nebenkosten. Das gilt beispielsweise für zu viele Mülltonnen oder eine Reinigungsfirma, die mehrfach die Woche das Treppenhaus putzt. Unverhältnismäßige Nebenkosten muss der Mieter jedoch anhand von Belgen nachweisen.

Fehler können passieren

Die wenigsten Vermieter rechnen die Mietnebenkosten absichtlich falsch ab. In vielen Fällen sind es menschliche Unzulänglichkeiten oder komplexe Anforderungen, die zu fehlerhaften Abrechnungen führen. Ein freundliches Gespräch schafft möglicherweise mehr Probleme aus der Welt als der Gang zum Anwalt oder zum Mieterbund. Dennoch: Ist der Mieter im Recht, hat er Anspruch auf eine Korrektur der Mietnebenkostenabrechnung.

Bildquellen:
  • Ratgeber Mietnebenkosten | cc | berlin-info

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